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Horror-Geschenk Nummer 1: die Albtraum-Dessous

Valentinstag aus Prinzip blöd finden, darauf können sich die meisten Menschen einigen. Da bin ich keine Ausnahme. Trotzdem freue ich mich insgeheim über eine Karte, Blumen oder eine Date-Night mit dem Herzensmann beim Lieblingsitaliener. Das sind auch genau die Geschenke, mit denen man nicht Gefahr läuft, den Beschenkten in eine tiefe Sinnkrise zu stürzen. Wie zum Beispiel mich: Mir schwante schon nichts Gutes, als er mir ein Valentinstagsgeschenk mit folgenden Worten überreichte: „Das ist für uns Beide“ – zwinker zwinker. Mit spitzen Fingern zog ich Dessous heraus, die einfach nur falsch waren – in jeder Hinsicht. Billige Spitze, altmodischer Farbton zwischen Möchtegern-Ecru und Schmuddel-Champagner und das Ganze garniert mit einem „Foto-Model“, das den Po keck in die Kamera streckte und mit geöffnetem Mund über die Schulter lunzt. Wie konnte ER das nur gut finden? Wie konnte ER glauben, dass ICH das gut finden würde? Wer möchte so aussehen? Ich jedenfalls nicht. Das textile Verbrechen landete im Müll, direkt neben seinem Stilempfinden.                                  

Horror-Geschenk Nummer 2: die Filzpantoffeln

Männer zum Valentinstag zu beschenken, finde ich persönlich furchtbar schwer. Während man mir einfach Blumen, ein schönes Armband, etwas das von Herzen kommt oder Schuhe (die gehen eben einfach immer!) schenken kann, muss ich bei Männern oft wochenlang nach dem passenden Geschenk suchen. Das Problem: Meistens kaufen die sich einfach, was sie brauchen oder wollen, egal ob Weihnachten, Geburtstag oder eben der Valentinstag ansteht.  Nach langen Überlegungen, vielen Besuchen in unterschiedlichen Läden und unzähligen Stunden später, hatte ich eine wunderschöne Echtledertasche gekauft. Voller Vorfreude und natürlich in der Erwartung, dass ich auch etwas Tolles bekommen würde, bei dem sich der Partner viele Gedanken gemacht hat – ich bin zwar kein riesen Valentinstags-Fan aber, wenn dann schon ganz oder gar nicht - kam der Valentinstag. Als ich dann mein Geschenk auspackte und zwei unförmige Filzpantoffeln in meinen Händen hielt, hätte ich meine Ledertasche für ihn am liebsten wieder aus dem Fenster geworfen. Nichts gegen Menschen, die Filz mögen, aber wer mich auch nur ein bisschen kennt, kann mich sofort als eine NICHT-Filz-Person identifizieren. Dachte er wirklich, dass diese Dinger meinem Stil entsprechen? Um das aufzuklären: Dass ich keine Filzpantoffeln besitze, lag nie daran, dass ich sie mir nicht leisten konnte, sondern, dass ich sie schon immer unfassbar hässlich fand. Aus Respekt habe ich die Dinger erst nach dem Ende unserer Beziehung weggeworfen - ungetragen! In diesem Sinne: Happy Valentinstag und möge seine jetzige Freundin sich über Filzpantoffeln mehr freuen als ich!

Horror-Geschenk Nummer 3: der Dosenöffner

Tatsächlich lege ich nicht viel Wert auf den Valentinstag. Deswegen erwarte ich auch keine Geschenke. Aber natürlich freue ich mich – wie wahrscheinlich jede Frau – dann doch über eine kleine Überraschung meines Liebsten. Dazu bin ich wirklich leicht zu beschenken: Schöne Blumen, leckeres Essen oder etwas von Harry Potter und ich bin rundum glücklich. Das weiß jeder, der mich einigermaßen gut kennt. Dachte ich zumindest, bis mein Exfreund am Valentinstag mit dem breitesten Grinsen überhaupt auf mich zukam. Er habe ein Geschenk für mich gekauft und es sei absolut perfekt. Ich war beeindruckt und konnte es gar nicht erwarten, das Päckchen aufzupacken. Die Ernüchterung kam sofort: Im Papier eingewickelt lag ein Dosenöffner. Hatte ich jemals erwähnt, einen Dosenöffner zu brauchen? Natürlich nicht! Die Enttäuschung und Verwirrung stand mir wohl ins Gesicht geschrieben, denn er versuchte sich gleich zu erklären: Ich habe doch vor einiger Zeit einmal Chili gekocht und zum Öffnen der Bohnen keinen Dosenöffner gehabt. Er habe Angst, dass ich mich in Zukunft vielleicht mal schneide. Eigentlich ja ein netter Gedanke, aber würde ich wirklich einen Dosenöffner brauchen, hätte ich ihn mir längst gekauft. Das Schlimmere kam aber noch: Natürlich musste er JEDEM, aber wirklich JEDEM von seiner Valentinstagsüberraschung erzählen – so toll fand er sich und sein Geschenk. Wochenlang wurde ich von Freunden und Familie auf das kuriose Geschenk angesprochen. Sogar einen Facebook-Post war ihm seine Überraschung wert. Den Dosenöffner habe ich bis heute vielleicht dreimal benutzt.

Horror-Geschenk Nummer 4: die Mütze des Schreckens

Der Wille war da, sein Geschmack war schwach. Valentinstag liegt ja traditionell in einem der kälteren Monate, dem Februar. Mein Ex-Freund kam damals auf die Idee, mir könnte ja im Winter recht kalt sein und ich würde bestimmt unbedingt Mütze und Schal brauchen. Nachlässig wie ich war, ist mir natürlich von Oktober bis Januar der Gedanke, dass ich frieren könnte, nicht gekommen. Soll heißen: Mein Kleiderschrank war voll von Mützen und Schals, immerhin sind das die einzigen Kleidungsstücke an Frauen, die nicht abhängig von einer Kleidergröße 36 sind. Als mein Ex dann mit diesem orange-quietschigen, dünnen Schal und der noch grelleren Mütze ankam, konnte ich nicht verhindern, dass sich meine Mundwinkel gen Boden bewegten. Schwerkraft halt. Empört meinte er, die Farbe sei doch voll cool und würde mir mega stehen. Da schlug ich ihm einen Deal vor: Ich wollte den Look meiner besten Freundin präsentieren, aber nicht verraten, dass Schal und Mütze ein Geschenk waren, sondern dass ich die Fundstücke selbst im Sale erstanden hatte. Wir wollten ihre Reaktion abwarten und dann entscheiden, wer recht hatte. Ich war kaum mit Schal und Mütze im Zimmer, als meine beste Freundin anfing lauthals zu lachen und mich fragte, welcher arme Müllmann jetzt den Winter über frieren müsse, weil ich ihm seine Bekleidung geklaut hätte. Sieg auf ganzer Linie, würde ich sagen. Plus: Nichts geht über beste Freundinnen!