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Pornos: So viele Frauen schauen tatsächlich Sexfilme

06.06.2018 • 12:39

Pornos gelten prinzipiell als Männersache. Eine Website hat jetzt jedoch untersucht, wie viele Frauen Schmuddelfilmchen konsumieren. Und das Ergebnis ist erstaunlich.

Pornos sind Männersache – von wegen! Die Sex-Filmindustrie hat sich weiterentwickelt und immer mehr Regisseure produzieren ganz bewusst Pornos, die sich an ein weibliches Publikum richten. Denn aktuelle Studien zeigen: Auch Frauen schauen sich ganz gerne mal ein "Schmuddelfilmchen" an. Die Videoplattform "Youporn" hat beispielsweise ausgewertet, wie viele ihrer Besucher männlich und wie viele weiblich sind. Das Ergebnis dürfte viele überraschen.

Mehr dazu gibt’s oben im Video.

Neue Art von Pornos für Frauen

Entgegen der klassischen Pornofilm-Ästhetik wenden sich Regisseurinnen wie Erika Lust, Mia Engberg oder Jennifer Lyon Bell, deren erotischer Film "Silver Shoes" 2014 den "Movie Of The Year"-Award bei den "2014 Feminist Porn Awards" in Toronto gewann, mit einer bewusst anderen Bildsprache und Storyline an ihre Zuschauer.

Anstatt platte Phrasen wie "Warum liegt hier Stroh rum" zu streuen und Sex vor allem aus Perspektive des Mannes zu zeigen und werten, entführen feministische Pornos ihre Zuschauer in eine Welt aus authentischer Intimität, sexueller Vielfalt und ehrlicher Lust.

Politik und Porno

Mittlerweile beschäftigt sich sogar die Politik mit Pornos für Frauen. Die Berliner SPD will feministische Sex-Filme sogar fördern. Denn die frühe Konfrontation mit konventionellen Mainstream-Pornos kann bei Kindern und Jugendlichen für eine Adaption des dort dargestellten Umgangs zwischen Mann und Frau sorgen. Ein archaisches Rollenbild aus dominantem Mann und unterwürfigem Sex-Objekt wird so an eine neue Generation weitergegeben, in der Feminismus doch schon längst angekommen sein sollte.

Staatliche Förderung nach schwedischem Vorbild

Dem pflichtet auch Ferike Thom, Vorsitzende der JUSO, bei: "Wenn sich Jugendliche danach ausrichten und wenn das das Einzige ist, was sie sehen, und was ihnen erklärt, wie Sexualität angeblich funktioniert, ist das schwierig," so Thom gegenüber dem Radiosender Deutschlandfunk.

Zusammen mit der Berliner SPD hat Thom nun einen Antrag gestellt, feministische Pornos staatlich fördern zu lassen. Ihr Ziel: Jugendliche sollen eine barrierefreie Alternative zu Standard-Pornografie erhalten.

Vorreiter eines solchen Modells ist übrigens Schweden. Analog zu den schwedischen Pornos sollen auch die Filme in Deutschland produziert werden. Die "Dirty Diaries" sind 13 pornografische Filme, die gleichberechtigten Sex zeigen. Sie wurden 2009 durch staatliche Förderung finanziert.

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