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Zeit für mehr Selbstliebe

Wendy-Syndrom: Kümmerst du dich zu viel um andere? Jetzt ist Zeit für mehr Self-Care!

  • Aktualisiert: 05.12.2023
  • 12:37 Uhr
Beziehungsphänomen Wendy-Syndrom: das steckt dahinter
Beziehungsphänomen Wendy-Syndrom: das steckt dahinter © DimaBerlin - stock.adobe

Du kümmerst und sorgst dich gern um andere? Hast das Gefühl, alle verlassen sich auf dich? Erinnerst du deinen Partner daran, Arzttermine auszumachen, wäschst in weiser Voraussicht das Hemd, das er am nächsten Tag braucht und denkst generell immer für ihn mit? Dann könnte es sein, dass du unter dem Wendy-Syndrom leidest. Was das genau ist und wie du davon loskommst.

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Woher kommt der Begriff "Wendy-Syndrom"?

Benannt ist das Phänomen nach der gleichnamigen Figur in den Peter-Pan-Geschichten. Wendy ist die Freundin des Protagonisten. Er, der Junge der nicht erwachsen werden möchte. Sie, selbst ein Kind, kümmert sich mütterlich-fürsorglich um ihn. Männern, die sich gegen das Erwachsenwerden und damit verbundene Pflichten drücken, sagt man deshalb übrigens das Peter-Pan-Syndrom nach - mehr darüber kannst du hier lesen. Das Wendy Syndrom betrifft also meistens Frauen, die eine Mutterrolle für ihren Partner übernehmen.

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Im Clip: Wieso eine Beziehung nicht deinen Selbstwert bestimmt

Das steckt hinter dem Beziehungsphänomen "Wendy-Syndrom"

Warum haben manche Menschen (meistens Frauen, wenn wir ehrlich sind), das Bedürfnis, sich um andere zu kümmern? Zum einen kann das an einem geringen Selbstwertgefühl liegen, denn wer wenig davon hat, tut alles, um von anderen gemocht und akzeptiert zu werden. Auch ein extremes Harmoniebedürfnis kann hinter dem Wendy-Syndrom stecken.

Doch meistens gibt es noch einen ganz anderen Grund.

Auch heute, wo wir in Sachen Gleichberechtigung ein ganzes Stück weitergekommen sind, herrscht noch immer der weit verbreitete Glaube, Frauen seien von Natur aus fürsorglicher, seien fähiger, Care-Arbeit zu leisten und besser in Organisatorischem. Das ist kein Kompliment, sondern ein Versuch, Frauen diese Aufgaben zuzuschreiben, damit Männer sich nicht darum kümmern müssen. Oft haben wir diese Strukturen übernommen, haben sie uns von unseren Eltern abgeschaut, als wir selbst noch Kinder waren. Die Frau hat dem Vater die Pantoffeln hingestellt, für ihn gekocht und ihn umsorgt. Das war früher ganz selbstverständlich, inzwischen ist es einfach nur überholt.

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Warum ist das Wendy-Syndrom gefährlich?

Natürlich darf jede Frau, die das möchte, in der Aufgabe aufgehen, sich um ihren Partner, ihre Familie, ihre Freund:innen zu kümmern. Aber sie sollte ihre Bedürfnisse dabei nicht immer hintenanstellen. Das führt am Ende nämlich dazu, dass sie an ihrer Hilfsbereitschaft zerbricht. Wollen wir wirklich die Mutterrolle für unseren eigenen Partner übernehmen? Wir laufen Gefahr, dass er sich mehr und mehr auf uns stützt (Achtung, Mental Load!), wir alle Verantwortung für ihn tragen - das hat mit Gleichberechtigung nicht viel zu tun und spiegelt veraltete Strukturen wieder, die unsere Kinder sich im schlimmsten Fall von uns abschauen und übernehmen.

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5 Symptome des Wendy-Syndroms

Wenn du folgende Anzeichen bei dir beobachtest, kann es sein, dass du unter dem Wendy-Syndrom leidest.

1. Wenn es anderen schlecht geht, fühlst du dich verantwortlich. Jemand ist schlecht drauf - und du hast sofort ein schlechtes Gewissen, denkst, du hast etwas falsch gemacht? Du opferst dich auf und tust alles, damit es der anderen Person wieder besser geht? Du bist nicht für das Glück deiner Mitmenschen verantwortlich!

2. Du kannst nicht nein sagen. Du willst es allen recht machen. Deshalb lehnst du selten eine Einladung ab, wenn jemand dich braucht, bist du sofort zur Stelle. Hilfsbereitschaft ist ein feiner Charakterzug - aber nur, wenn es dir selbst gut geht, kannst du dich auch um andere kümmern. Achte deshalb darauf, dass du an erster Stelle stehst, höre auf deine Bedürfnisse und setze Grenzen.

3. Loszulassen fällt dir schwer. Den Dingen einfach mal ihren Lauf lassen - hört sich für dich grauenhaft an? Du brauchst das Gefühl, zu jeder Zeit alles unter Kontrolle zu haben? Dann übe dich in Gelassenheit. Niemand bringt zur Feier der Schwiegermutter einen Kuchen mit, wenn du es nicht tust? Na und! Seine Mutter, seine Verantwortung.

4. Du denkst für andere mit. "Schatz, an dem Wochenende kannst du doch gar nicht, da bist du schon mit den Jungs verabredet!" Du hast nicht nur deinen, sondern auch seinen Terminkalender im Kopf, erinnerst ihn ständig an Termine und Erledigungen. So eine persönliche Assistentin ist sicher praktisch, aber du bist seine Partnerin!

5. Du bist nicht gern allein. Du brauchst Menschen um dich herum, wenn du alleine bist, weißt du nicht wohin mit dir. Ebenfalls ein typisches Symptom.

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Das kannst du tun, wenn du am Wendy-Syndrom leidest

Wenn du merkst, dass du völlig ausgelaugt bist, weil du dich ständig um andere kümmerst und dabei selbst auf der Strecke bleibst, dann ist es höchste Zeit, dich selbst zur Priorität zu machen. Sprich mit deinem Partner darüber und erkläre ihm, dass sich etwas ändern muss. Wenn er das nicht einsieht und nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, dann solltest du dir überlegen, ob du in der Beziehung glücklich werden kannst. Versuche dich selbst zu finden, und frag dich, was dir im Leben wichtig ist, was dir guttut. Wenn du nicht aus deiner Haut kannst, und das Aufopfern nicht lassen kannst, solltest du das gegebenenfalls mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin besprechen.

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