Über Heidi Klum kann man trefflich streiten. Ich glaube ja, sie ist vor allem jemand, die Erfolg um jeden Preis will. Ist das schlecht? Nicht unbedingt, denn sie geht mit ihrer Hartleibigkeit immer offen um und niemand kann behaupten, er hätte vorher nicht gewusst, was ihn bei "Germany’s next Topmodel" erwartet. Ich habe ja Söhne, die interessieren sich nicht für GNTM. Liest man die Boulevardblätter, stellt sich inzwischen aber eher die Frage: Interessiert sich Heidi Klum für meine Söhne?  Zumindest liest es sich so, als würde Heidi regelmäßig Oberschulen plündern, um Jünglinge zu verschleppen. Dabei ist das einzige, was sie getan hat, sich in einen Mann zu verknallen, der 16 Jahre jünger ist als sie. Shocking.

Vielleicht ist sie einfach eine Frau, die sich gerne verliebt 

Zunächst aber dies: Heidi Klum ist ein Jahr älter als ich, ungefähr eine Trillion Mal reicher, super durchtrainiert und außerdem mit einer Heerschar von Helfern gesegnet. All das habe ich nicht und auch sonst gibt es wenig, dass mich mit Heidi Klum verbindet, von ihrer Leidenschaft für den rheinischen Karneval vielleicht mal abgesehen. Wobei mir auffällt, jetzt wo ich es schreibe, dass sie zu Seals Zeiten noch deutlich aktiver war – war also in Wahrheit ER der Karnevalsfan?

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Eine weitere Gemeinsamkeit ist unsere geteilte Leidenschaft für Männer. Man kann Heidi Klum nicht vorwerfen, dass sie einen bestimmten Typ bevorzugen würde, denn sie hat schon ziemlich viel abgedeckt: Sehr klein (Anthony Kiedis), sehr alt (Flavio Briatore), sehr dunkelhäutig (Seal), sehr, ähm, stark (Martin Kristensen) und sehr jung (Vito Schnabel). Nun hat sie sogar noch jünger genommen (Tom Kaulitz), aber ich glaube nicht, dass man daraus einen Trend ablesen kann. Vielleicht ist Heidi Klum einfach eine Frau, die sich gerne verliebt und nicht sehr gerne alleine ist.

Die Scheinheiligkeit der Diskussion

Das Problem ist natürlich die Scheinheiligkeit der Diskussion um die Liebschaft herum. Heidi Klum wird zu einer Ein-Frau-Boko-Haram-Einheit gemacht, die widerwärtigerweise einen jungen Mann vernascht, was offenbar gar nicht geht. Wenn ich Tom Kaulitz wäre, würde ich vielleicht in die Hände klatschen, einen solchen Fang gemacht zu haben, denn sie sieht, Sympathie hin oder her, supergut aus, ist sehr geschäftstüchtig (eine bisschen Promo kann Tokio Hotel auch brauchen), sie weiß, was sie will und klammert vermutlich nicht halb so viel wie die Frauen, mit denen man sich sonst als 28-jähriger Popstar herumschlagen muss. Warum also dürfen die beiden ihre Freude nicht genießen?

Die ideale Kombi? Frau in den Vierzigern, Mann in den Zwanzigern!

Richtig, es gibt keinen Grund. Außer ein paar stumpfsinnig herumstehende Moralwächter, die offenbar ziemlich viele Menschen im Köpfchen tragen. Studien haben jüngst herausgefunden, dass Frauen im fabelhaften Alter mit gleichaltrigen Männern gar nicht all zu viel anfangen können. Während die Herren nämlich schnurstracks auf die Midlife Crisis zumarschieren und ihr sterbendes Gewebe mit jungen Frauen aufzupolstern versuchen, beginnen Frauen nun, sich freizuschwimmen, Reise- und Unternehmungslust zu entwickeln und endlich eins mit ihrem Körper zu sein. Vom Sex mal abgesehen: Die weibliche Lust steigt und steigt, während die männliche Potenz spätestens mit Mitte 30 einen rapiden Sprung nach unten nimmt. Die ideale Kombi sind also tatsächlich eine Frau in den Vierzigern und ein Mann in den Zwanzigern.

Wer liebt macht keinen Blödsinn

Viel wichtiger aber ist, dass wir in Zeiten wie diesen jede Person brauchen können, der die Schmetterlinge vor lauter Glück aus den Augen kullern. Denn wer liebt, macht keinen Blödsinn. Fragt dazu doch zum Beispiel mal Donald Trump.

Alles Liebe, 
Paula