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Hypersexualität: Was ist das?

Sexsucht: Krankhafte Lust? Ursachen, Symptome & Anzeichen

  • Aktualisiert: 05.10.2023
  • 09:56 Uhr
Sexsucht kann das Leben schwer machen.
Sexsucht kann das Leben schwer machen.© Vasyl - stock.adobe.com

Wann ist man sexsüchtig? Ursachen, Symptome und Anzeichen: Erfahre mehr über Hypersexualität und was du tun kannst.

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Im Clip - Aufgeklärt: Mythen rund ums Thema Sexualität

Aufgeklärt: Mythen rund ums Thema Sexualität

Es gibt zahlreiche Filme und Serien, in denen Sexsucht als etwas Lustiges dargestellt wird: der Typ, der dauerhaft horny ist und an nichts anderes denken kann als Sex, sich von einem One-Night-Stand zum nächsten schläft. In Wirklichkeit ist Hypersexualität jedoch alles andere als lustig. Es handelt sich dabei um eine Krankheit, die den Betroffenen und deren Angehörigen das Leben enorm schwer machen kann.

Was die Symptome sind, wie man Sexsucht erkennen und behandeln kann - und warum manche Menschen überhaupt sexsüchtig werden - erfährst du hier.

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Sexsucht: Was ist das überhaupt?

Sexsucht, auch als Hypersexualität oder zwanghaftes sexuelles Verhalten bezeichnet, ist eine komplexe psychische Störung. Betroffene zeigen ein übermäßiges Interesse an sexuellen Aktivitäten. Das kann so weit gehen, dass die Besessenheit das tägliche Leben, Beziehungen und die Fähigkeit zu arbeiten beeinträchtigt.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Anerkennung von Sexsucht als eigenständige Diagnose in der psychologischen und psychiatrischen Gemeinschaft umstritten ist, und einige Expert:innen betrachten sie als ein Symptom oder eine Form der Impulskontrollstörung.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jede:r, der oder die eine hohe Libido oder großes Interesse an Sex hat, zwangsläufig an Sexsucht leidet. Die Diagnose sollte von qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden. Die Behandlung von Sexsucht kann Therapie, Beratung und Unterstützungsgruppen umfassen, um die Betroffenen bei der Bewältigung ihrer zwanghaften sexuellen Verhaltensweisen zu unterstützen und gesündere Wege zur Bewältigung von Stress und Problemen zu finden. Es ist ratsam, beim Verdacht auf Sexsucht professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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Ist Sexsucht eine Zwangsstörung?

Sexsucht ist ein Begriff, der bisher keine klare und eindeutige Definition hatte und dessen Einordnung im Bereich psychischer Erkrankungen lange Zeit umstritten war.

In der bisherigen internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10) wurde exzessives sexuelles Verlangen in die Kategorie der sexuellen Funktionsstörungen eingeordnet. Allerdings hat sich dies mit der Einführung der neuen internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-11) geändert. In dieser neueren Version wird das Krankheitsbild als zwanghafte Sexualverhaltensstörung (Compulsive Sexual Behavior Disorder, CSBD) den Impulskontrollstörungen zugeordnet.

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Anzeichen: Wie erkenne ich, ob ich sexsüchtig bin?

Eines vorab: Nicht jede Person, die viel Interesse und Spaß an Sex hat, leidet zwangsweise an Sexsucht. Im Zweifel sollte eine Diagnose deshalb immer von Fachleuten gestellt werden. Die folgenden Anzeichen können jedoch Symptome einer Sexsucht sein.

  • Exzessives Masturbieren.
  • Häufig wechselnde Sexualpartner:innen.
  • Übermäßiger Pornokonsum, Telefon- oder Cyber-Sex oder Besuche bei Prostituierten.
  • Keine oder kaum Befriedigung trotz häufigem Sex.
  • Versuche, seltener Sex zu haben oder Verlangen zu reduzieren, scheitern.
  • Ständige Gedanken an Sex, die das tägliche Leben dominieren.

Ursachen einer Sexsucht

Die genauen Ursachen einer Sexsucht sind nach wie vor nicht vollständig verstanden. Expert:innen gehen davon aus, dass verschiedene Faktoren in einem komplexen Zusammenspiel eine Rolle spielen. Die Auslöser sind dabei von Person zu Person unterschiedlich. Hier sind einige der möglichen Gründe:

  • Genetische Faktoren: In Familien von Menschen mit Hypersexualität gibt es oft eine Vorgeschichte von Alkoholismus oder anderen Abhängigkeiten. Das legt nahe, dass es eine genetische Veranlagung für eine gestörte Impulskontrolle geben könnte.
  • Traumatische Erfahrungen: Körperlicher oder emotionaler Missbrauch in der Kindheit können eine wichtige Rolle spielen. Viele Menschen mit Sexsucht haben im Laufe ihres Lebens wiederholt traumatische Erfahrungen gemacht.
  • Soziale und kulturelle Faktoren: Wenn Sex in der Familie ein Tabuthema war, beispielsweise aufgrund einer strengen religiösen Erziehung, kann dies dazu führen, dass Menschen eine übermäßige sexuelle Neigung entwickeln.
  • Suchtfaktor: Sex kann das Belohnungszentrum im Gehirn aktivieren, uns entspannen und glücklich machen. Wenn Menschen immer wieder Sex nutzen, um negative Emotionen zu bewältigen, kann es zur Sucht werden.
  • Psychische Gesundheit: Menschen mit geringem Selbstwertgefühl oder psychischen Störungen wie Depressionen können Sex manchmal als Form der Selbstbestätigung oder zur Bewältigung von Ängsten nutzen. Auch manische Episoden können die Lust auf Sex enorm steigern.
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Folgen einer Hypersexualität

Sexsucht kann das Leben der betroffenen Person nachhaltig negativ beeinflussen. Es kann so weit gehen, dass man gar keine Kontrolle mehr über sein Verlangen hat, die eigene Gesundheit vernachlässigt wird und man nicht mehr arbeitsfähig ist. Auch eine Beziehung leidet verständlicherweise unter Hypersexualität, häufig treten auch im sozialen und familiären Umfeld Probleme auf.

Die betroffenen Personen leiden meist enorm unter Schuld- und Schamgefühlen, haben Angst vor dem eigenen sexuellen Verlangen und dem Kontrollverlust.

Behandlung einer Sexsucht

Zuerst ist es wichtig, festzustellen, ob hinter einem stark ausgeprägten Sexualverhalten wirklich eine ernsthafte Problematik steckt.

In dieser Hinsicht können die zahlreichen regionalen Beratungsstellen für Suchtprobleme in Deutschland, wie beispielsweise das Weiße Kreuz, eine ausgezeichnete erste Anlaufstelle sein. Diese Stellen verfügen über umfangreiche Erfahrung darin, Menschen mit verschiedenen Suchtproblemen dabei zu unterstützen, einen Ausweg aus ihrer Abhängigkeit zu finden und sie auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen.

Sexsucht-Betroffene können auch in Selbsthilfegruppen Verständnis, Ratschläge und Unterstützung finden. Wenn der Verdacht auf ein übermäßiges sexuelles Verlangen oder eine zwanghafte Störung im sexuellen Verhalten besteht, ist es ratsam, dies von einem Facharzt oder einer Fachärztin für Psychiatrie oder von einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin abklären zu lassen. Gemeinsam mit Fachleuten kann dann auch eine geeignete Behandlungsstrategie entwickelt werden.

Was kann mein:e Partner:in bei einer Sexsucht tun?

Sexsucht kann eine Partnerschaft enorm belasten, oftmals ist das Verhalten des kranken Partners oder der kranken Partnerin schwer nachzuvollziehen. Offene Kommunikation ist enorm wichtig, aber Verständnis für das Verhalten des Partners oder der Partnerin aufzubringen, ist schwer.

Es ist deshalb wichtig, sich über die Krankheit zu informieren. Gleichzeitig sollte man klare Grenzen setzen und darauf achten, selbst nicht zu sehr psychisch in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Eine Therapie kann nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für den Partner oder die Partnerin enorm hilfreich sein. 

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