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hormonelle verhütungsmethode

Verhütungsring: So funktioniert der Vaginalring

  • Veröffentlicht: 15.03.2023
  • 09:07 Uhr

Der Vaginalring verspricht mehr Freiheiten als die Pille und weniger Nebenwirkungen, wird jedoch viel seltener verwendet. Ist der Monatsring das richtige Verhütungsmittel für dich? Wir verraten dir, wie viel er kostet und wie er eingesetzt wird. Außerdem erfährst du, wie sicher der Hormonring ist und welche Vor- und Nachteile er mit sich bringt.

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Was ist der Verhütungsring?

Verhütungsringe sind in Deutschland seit 2003 auf dem Markt und – wie alle hormonellen Verhütungsmittel – verschreibungspflichtig. Beim Vaginalring handelt es sich um einen durchsichtigen, flexiblen Ring aus Kunststoff. Er enthält Hormone, die eine Schwangerschaft verhindern. Der Verhütungsring hat einen Durchmesser von etwa fünfeinhalb Zentimetern und ist knapp fünf Millimeter dick. Er wird in die Vagina eingeführt und bleibt dort für 21 Tage. Es gibt Ringe von verschiedenen Anbietern, die jedoch alle auf dieselbe Art funktionieren. Zu den bekanntesten Präparaten gehören NuvaRing, Circlet, Ginoring und Cyclelle.

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Anwendung: So funktioniert der Verhütungsring

Der Ring sondert kontinuierlich Etonogestrel und Ethinylestradiol ab, ein Estrogen und ein Gestagen, also Hormone. Diese Hormone verhindern den Eisprung und lassen den Schleim am Muttermund fest werden – so können Spermien nicht mehr in die Gebärmutter gelangen. Der Hormonring wird am ersten Tag der Regel eingesetzt und bleibt 21 Tage in der Scheide. Nach dem Entfernen setzen zwei, drei Tage später dann Blutungen ein, nach sieben Tagen wird der nächste Ring eingesetzt. Auch in den Tagen ohne Ring besteht der Verhütungsschutz weiter. Alle Fragen zum Nuvaring und was du unbedingt über die Pillen-Alternative wissen solltest, erklären wir noch einmal ganz ausführlich hier.

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Wie wird der Verhütungsring eingeführt?

Zu Beginn braucht es ein wenig Übung, um den Monatsring in die Vagina einzuführen. Den Dreh hat man aber schnell raus: Einfach zu einer Acht zusammenfalten und wie einen Tampon möglichst weit nach oben schieben. Es ist egal an welcher Stelle der Ring sitzt, solange er dich nicht stört. Zum Entfernen greift man ihn mit zwei Fingern oder hakt ihn mit einem Finger ein und zieht ihn heraus – auch das geht einfacher als es sich anhört.

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Wie sicher ist der Verhütungsring?

Der Pearl Index von NuvaRing und Co. liegt bei circa 0,5. Das bedeutet, dass bei korrekter Anwendung fünf von tausend Frauen trotz Verhütungsring schwanger werden. Das macht den Ring zu einer genauso sicheren Verhütungsmethode wie die Pille. Zum Vergleich: Bei der Pille liegt der PI bei 0,1 bis 0,9, bei der Hormonspirale bei 0,16 und bei der Kupferspirale bei 0,3 bis 08 – Kondome kommen auf einen Wert von 2 bis 12. Er schützt jedoch nicht vor Geschlechtskrankheiten, weshalb man bei Sex mit wechselnden Partnern zusätzlich mit einem Kondom verhüten sollte. Wenn du unsicher bist, den Verhütungsring richtig angewendet zu haben, kann die Pille danach eine sichere Methode sein, eine Schwangerschaft zu verhüten.

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Kann der Hormonring rausfallen oder verloren gehen?

Es kommt selten vor, passiert aber durchaus, dass der Ring beim Toilettengang herausrutscht oder beim Geschlechtsverkehr vom Penis aus Versehen herausgezogen wird. Wenn du das bemerkst, ist es jedoch kein Drama, der Ring kann einfach abgewaschen und wieder eingesetzt werden.

Kontrolliere regelmäßig (am besten geht das unter der Dusche), ob der Ring noch da ist. Falls er kaputt ist (auch das kann in seltenen Fällen passieren), solltest du ihn durch einen neuen ersetzen. Wurde der Ring, aus welchen Gründen auch immer, länger als drei Stunden entfernt, sollte man sicherheitshalber die nächsten sieben Tage zusätzlich mit Kondom verhüten.

In deinem Inneren verloren gehen kann der Ring übrigens nicht – das ist anatomisch gar nicht möglich. Nach dem Geschlechtsverkehr ist er aber manchmal so weit nach oben gerutscht, dass du ihn vielleicht nicht mehr ertasten kannst. Keine Sorge: Er wandert mit der Zeit von allein wieder weiter nach unten.

Wie viel kostet der Verhütungsring?

Da es sich beim Hormonring um ein verschreibungspflichtiges Verhütungsmittel handelt, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für dich bis du 22 Jahre alt bist. Der Preis schwankt je nach Präparat, der bekannte NuvaRing ist teurer als unbekanntere Präparate. Mit circa 15 bis 20 Euro im Monat solltest du rechnen. Tipp: Es ist meist günstiger, wenn man eine 3er- oder 6er-Packung kauft, statt einzelner Hormonringe.

Verhütungsring absetzen – so geht’s

Der Ring sollte am besten nach der 21-tägigen Tragezeit abgesetzt werden. Vorsicht: Wird der Ring in der ersten Woche abgesetzt, besteht das Risiko schwanger zu werden, wenn du in der letzten Woche Sex hattest! Wenn starke Nebenwirkungen auftreten, besprich das Absetzen am besten mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. Es kann nach dem Absetzen eine Weile dauern, bis alle Nebenwirkungen verschwunden sind und sich dein Zyklus normalisiert.

Für wen ist der Verhütungsring geeignet?

Du bist dir nicht sicher, ob der Ring eine geeignete Verhütungsmethode für dich ist? Wir verraten dir, wie praktisch er wirklich ist – und worüber kaum jemand spricht.

Kann man den Vaginalring spüren?

Die meisten Frauen geben an, den Hormonring nicht zu spüren, auch nicht beim Geschlechtsverkehr. Männer berichten von ganz unterschiedlichen Erfahrungen: Vom Hängenbleiben mit dem Penis im Ring, über leichte Reibung, die sogar als stimulierend empfunden wurde. Viele bemerken rein gar nichts.

Kann man den Verhütungsring durchnehmen?

Wenn die Blutung verschoben werden soll (sie ist schließlich bekannt dafür, uns Urlaube und diverse Feierlichkeiten zu vermiesen), kann direkt nach 21 Tagen ein neuer Ring eingesetzt werden. Besprich dich hierzu aber am besten mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

Enthält der Verhütungsring Hormone?

Auch der Verhütungsring enthält Hormone, da diese aber nicht erst durch den Magen wandern (wie bei der Pille), sondern direkt von der Vaginalschleimhaut aufgenommen werden, sind sie geringer dosiert. Die Wirkung ist jedoch dieselbe: Unsere Hormonlevel im Blut verändern sich. Wenn dir die Einnahme der Pille buchstäblich auf den Magen schlägt, kann der Monatsring jedoch eine gute Alternative sein. Du kannst natürlich auch komplett ohne Hormone verhüten – welche hormonfreien Verhütungsmethoden es gibt, erfährst du hier.

Fazit: Vor- und Nachteile des Verhütungsrings

Abschließend lässt sich sagen, dass der Hormonring wie die Pille wirkt und genauso zuverlässig ist. Doch in der Anwendung unterscheiden sich die beiden Hormonpräparate stark. Welches besser zu dir passt, entscheidet dein Lifestyle – finde heraus, womit du dich wohler fühlst und lass dich auf jeden Fall ausführlich ärztlich beraten. Hier kommen die Pros und Cons noch einmal im Überblick.

Vorteile des Verhütungsrings:

  • Einfache Anwendung
  • Hohe Sicherheit
  • Man muss nicht täglich daran denken, nur einmal pro Zyklus den Ring einsetzen/entfernen
  • Erbrechen/Magen-Darm-Krankheiten haben keinen Einfluss auf die Wirksamkeit (anders als bei der Pille)
  • Sex ist jederzeit spontan möglich – anders als bei der Verhütung mit Kondom

Nachteile des Verhütungsrings:

  • Schützt nicht vor sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten (das tut nur ein Kondom)
  • Bei manchen Frauen hat die Gebärmutter eine andere Position – dann kann der Ring eventuell nicht richtig angewendet werden
  • Der Ring kann beim Tamponwechsel, bei schwerem Husten und gegebenenfalls auch auf der Toilette herausrutschen – im schlimmsten Fall unbemerkt
  • Eventuelle Nebenwirkungen wie Ausfluss und Entzündungen an der Vagina
  • Enthält Hormone: Bei manchen Frauen verursachen diese Nebenwirkungen wie spannende Brüste, Übelkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, weniger Lust auf Sex
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